In unserer Arbeitswelt trägt bereits jeder zweite Berufstätige das Wort Bau in seiner Berufsbezeichnung. Es gibt den Ladenbau, den Apothekenbau, den Rohrleitungsbau und den Straßenbau. Immer mehr in die Versenkung tritt hingegen die Urform des Baus, die Berufsgruppe der Bauern. In früheren Zeiten, vor der Industrialisierung stellten die Bauern die reichere Bevölkerungsschicht da. Sie hatten immer genügend Nahrungsmittel und vor allem Fleisch, früher ein Zeichen des Wohlstandes, genauso wie eine ausladende Körperform. Heute, wo der Reichtum des Mannes am Schuhschrank seiner Frau und nicht mehr an ihrer Körperfülle gemessen wird, wird der Beruf des Bauern immer unattraktiver. Die körperlich anstrengende Arbeit wurde zwar durch den Einsatz von Maschinen wesentlich erleichtert, aber durch die billigen agrarischen Produkte aus dem Ausland wurden auch die Preise der inländischen Produkte sosehr gedrückt, dass der Verdienst der Bauern in keiner Relation zu ihrer Arbeit stehen. Der Beruf des Bauern erlebte allerdings durch das beliebt werden von Bioprodukten, vor einigen Jahren, wieder einen Aufschwung. Mit der aus Asien kommenden Wellnesswelle die Joga, Pilates und gesunde Ernährung auch in Europa zum Trend machte, stieg die Zahl der Biobauern rapide. Als nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die Lebensmittelknappheit endlich wieder nachließ, bestand die Panik vor dem Hunger noch viele Jahre weiter.
Der Markt ging in Richtung Massenproduktion, Quantität anstatt Qualität. Immer mehr zu immer kleineren Preisen, damit auch die Ärmeren sich ausreichend mit Lebensmitteln versorgen konnten. Da die Gefahr des Verhungerns nunmehr gebannt zu sein scheint, steht die Qualität der Produkte wieder mehr im Vordergrund. Bioprodukte aus Bioläden sind zwar in der Regel um einiges teuerer, aber der Nährwert und der positive Effekt auf die Gesundheit sind um ein Vielfaches höher. Selbst die Supermärkte sprangen auf diesen Erfolgszug auf und die Regale mit den Bionahrungsmitteln wurden immer größer. Somit gewann der Beruf des Bauern wieder an Beliebtheit und der Betrieb eines Biobauernhofes kann als rentables Unternehmen angesehen werden.
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