Klage vom britischen Buchmacher Ladbrokes erhoben
Ladbrokes fordert unter Verweis auf eine Entscheidung des EuGH von 2003, dass das Finanzministerium und somit der dänische Staat, das staatliche Glücksspiel Monopol aufzugeben habe, welches die Firma Danske Spil zur Zeit für Lotto, Tips und Oddset betreibt.
Grenzenlose Spiele Danske Spil - früher unter dem Namen Dansk Tipstjeneste (Dänische Wettdienste) firmiert - generiert einen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Kronen (etwa 1,34 Mia. Euro).
In diesen Markt möchte Ladbrokes gerne lagal eintreten können. Und ist auch der Ansicht, das Recht dazu zu haben. In der Entscheidung des EuGH von 2003 heißt es nämlich, dass Glücksspiele als Dienstleistungen zu bezeichnen sind. Und Dienstleistungen sollen sich, genauso wie Waren und Arbeitskräfte, in der EU frei bewegen dürfen (Freizügigkeit).
Auf dem Gebiet des Glücksspiel gilt jedoch, dass jedes EU-Mitglied an seinem Spielmonopol festhalten darf, solange die Monopolposition dazu verwendet wird, das Problem der Spielsucht zu bekämpfen. Gleichzeitig muss der Monopolinhaber es vermeiden, neue Spieler anzulocken - es darf also keine Werbung geschaltet werden.
Danske Spiel verwendet genau ein Prozent seiner Umsätze für die Bekämpfung von Spielsucht. Und dies nicht einmal aus den gesamten Umsätzen, sondern nur aus den Einnahmen, die durch Oddset erzielt werden. Lotto und Tips tragen nicht zu diesem Zweck bei.
Reklame wider den Regeln
Ganz im Gegenteil wird Danske Spil zu Ende dieses Jahres rund 170 Mio. Kronen (ca. 22,6 Mio. Euro) für Anzeigen und Reklame für ihr Glücksspiel ausgegeben haben.
Dies ist das Argument, mit dem Ladbrokes dem Monopolisten Dankse Spil vorwirft, im Widerspruch zu den Prämissen des Europäischen Gerichtshofes zu handeln. Aus diesem Grund müsse der dänische Staat nach Aussage von Ladbrokes das nationale Monopol aufgeben.
Ladbrokes ist im Übrigen bereits jetzt einer der beliebtesten Buchmacher in Dänemark. Laut Aussage des dänischen Geschäftsführers von Ladbrokes, Richardt Funch, sind 100.000 dänische Onlinespieler bei Ladbrokes.com registriert. Ganz legal. Im Gegensatz dazu kann Ladbrokes allerdings nach dänischem Recht keine Fillialen in Dänemark eröffnen, um noch mehr Kunden anzuziehen.
Jahresumsätze in Milliardenhöhe Die dänischen Kunden bei Ladbrokes spielen laut Richard Funch für rund zwei Milliarden Kronen (ca 267 Mio. Euro) im Jahr.
Bei Danske Spil betragen die Umsätze etwa 10 Milliarden pro Jahr. Im Gegensatz jedoch zu Ladbrokes und den übrigen ausländischen Buchmachern, stagnieren diese Zahlen, da die Dänen jedes Jahr mehr und mehr Geld für Spiele im Internet bei ausländischen Unternehmen ausgeben.
Die Erklärung für die verstärkte Nachfrage der Dänen nach Anbietern wie Ladbrokes liegt in den im Vergleich zu Danske Spil zumeist besseren Gewinnchancen begründet. Andererseits schüttet Danske Spil jährlich über eine Milliarde Kronen (ca. 133 Mio Euro) in die Staatskassen, wo es dann für Sport- und Kulturveranstaltung verwendet wird. Geld, über das der dänische Kultusminister zu bestimmen hat.
Sollte Danske Spil sein Monopol verlieren, würde dies u.a. viele Sportclubs und dergleichen treffen, denn der Staat kann Ladbrokes und andere Buchmacher nicht dazu zwingen, das Loch bei den fehlenden Mitteln aus dem Betrieb von Danske Spil zu füllen.
Das östliche Landgericht wird das Urteil beim nächsten Termin verkünden. Das einzige jedoch, was man mit eingeschränkter Gewissheit sagen kann, ist dass die Verliererseite wohl Berufung dagegen einlegen wird.
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