Im Bereich der Datenspeicherung konnte die Computerindustrie in den letzten Jahren enorme Fortschritte verzeichnen. Einerseits wurde der Arbeitsspeicher immer weiterentwickelt, sodass aus RAM in Windeseile neue Varianten wie SDRAM, DDR RAM oder Dual Channel RAM wurden. Aber auch im Bereich der nichtflüchtigen Speichermedien wurden Datenträger geschaffen, die eine immer größere Speicherkapazität haben.
Wissenschaftler haben jetzt eine Entdeckung gemacht, die die Art der Speicherung noch einmal revolutionieren könnte. Ihnen ist es gelungen, extrem kleine Strukturen von Wasser so zu stabilisieren, dass sie als Speichermedium verwendbar sind. Ursprünglich arbeiteten die Forscher der University of Pennsylvania, der Harvard University und der Drexel University mit Nanodrähten aus Bariumtitanat. Das ist ein Material, das sich als ferroelektrisches Speichermedium eignet. Zuverlässig funktioniert das aber nur, solange das Material einen gewissen Durchmesser hat. Die Wissenschaftler gaben Wasser hinzu. Auf einmal war es möglich, Informationen auf Drähten, die einen Durchmesser von drei Nanometer hatten, zu speichern. Bei niedrigen Temperaturen sei es so sogar möglich, dass in Zukunft ein Durchmesser von 0,8 Nanometern ausreichend sein könnte, glauben die Forscher.
Sollte sich das Verfahren durchsetzen, könnte es irgendwann möglich sein, 100000 Terabit pro Kubikzentimeter zu speichern. Das würde bedeuten, dass auf einen iPod nano so viele Mp3-Dateien passen würden, dass es 300000 Jahre dauern würde, bis jedes Lied abgespielt wäre. Die Forschung ist in diesem Bereich allerdings gerade erst am Anfang. Noch gibt es einige offene Fragen. Unklar ist zum Beispiel, wie diese winzigen Einzelstrukturen auf engstem Platz angeordnet und angesteuert werden können.
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